Sanierung der Trockenmauern in Sülzbach

Seit Montag, 22.04.2013 wird auf dem Rauhberg in Sülzbach fleißig gearbeitet. Ca. 50m² Trockenmauer müssen teils neu errichtet, teils erneuert und hintermauert sowie vom Bewuchs befreit werden. Der Grund für diese große Aktion sind die streng geschützten Mauereidechsen, deren Lebensraum im Rauhberg, einem der letzten nicht flurbereinigten Weinberge, erhalten werden soll.

Sanierung von Trockenmauern zum Schutz der MauereidechseGroßansichtSanierung von Trockenmauern zum Schutz der Mauereidechse

Veröffentlichungsdatum: Montag, 06. Mai 2013
Die Firma Rolf Diesem aus Krautheim arbeitet mit zwei Mitarbeitern mit Hochdruck an dem Projekt. In zwei Wochen soll der erste Teil der Sanierung fertiggestellt sein.

Mauereidechsen haben ihren Namen daher, dass sie sehr gut klettern können und man sie oft an senkrechten Mauern oder Felsen laufen sieht. Man erkennt sie an ihrem braunen Rücken mit dunklem Mittelstreifen. Aktiv sind sie zwischen März und Oktober. Sie bevorzugen trockenwarme, südexponierte Standorte, insbesondere in klimatisch begünstigten Weinan-baugebieten. In Trockenmauern, also Mauern die ohne Mörtel oder andere Bindemittel er-richtet wurden, können sie sich vor Feinden und starker Sonneneinstrahlung schützen. Au-ßerdem dienen die Mauerspalten zur Überwinterung und zur Eiablage.
Durch die sukzessive Entfernung baufälliger oder eingestürzter Trockenmauern besteht eine Gefährdung der Eidechsenpopulation. Es ist deshalb zwingend erforderlich, die Trocken-mauern, die als besonders geschützte Biotope gelten, zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Wolfgang Hellwig vom NABU Erhebungen zum Vorkom-men der Mauereidechse im Raum Heilbronn gemacht und dabei festgestellt, dass Sülzbach der östlichste Teil im Sulmtal ist, in dem noch Mauereidechsen vorkommen. In Richtung Ho-henlohe sind keine mehr zu finden. Die Lebensräume der Tiere sind aufgrund der Flurberei-nigung in den 70er Jahren stark eingeschränkt worden.

Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde werden deshalb unter der Anleitung von Kreisökologin Pia Gebhardt-Kuntz, die noch vorhandenen Trockenmauern im Rauhberg, die teilweise bereits stark zerfallen und zugewachsen sind, saniert.

Ein solches Projekt funktioniert natürlich nicht, ohne die Beteiligung der Eigentümer und Pächter, die ihre Weinberge auf dem Rauhberg haben. Die Gemeinde Obersulm hat deshalb im Vorfeld mit allen Beteiligten gesprochen und die Zustimmung erhalten, die Trockenmauern auf ihrem Grundstück zu sanieren. Zudem hat sie selbst drei - zum Teil brach liegende - Weinberge mit insgesamt 20 ar Fläche erworben, um dort Sanierungsmaßnahmen für den Naturschutz vorzunehmen. Diese Grundstücke werden künftig von der Gemeinde und dem Landschaftserhaltungsverband gepflegt. Es soll eine blütenreiche Weinbergflora entstehen, die durch die Anziehung von Insekten die Nahrung der Mauereidechsen sicherstellt. Auch ein „Weinbergshäusle“ soll später auf einem der Grundstücke stehen, damit ein kleiner Ausschnitt aus vergangenen Zeiten, in denen Weinberge noch wie Gärten in der historischen Weinberglandschaft lagen, erhalten bleibt.

Die Ausgaben für diese Maßnahme liegen bei rund 36.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Grunderwerb der drei Weinberge. Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg gewährt einen Zuschuss in Höhe von 70% der Kosten für die Sanierung der Trockenmauern, also 25.200 Euro.



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