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Einkommensteuer - Steuererklärung bei Arbeitnehmern


Die Einkommensteuererklärung übermitteln Sie am besten elektronisch an das Finanzamt.

Zur elektronischen Erstellung und Übermittlung der Steuererklärung können Sie sich auf den Seiten der elektronischen Steuererklärung ELSTER informieren. Dort können Sie auch die kostenlose Software Elster-Formular downloaden und eine Übersicht weiterer Software finden. Elster-Formular stellt Ihnen Ihr Finanzamt (Service-Center) auch auf CD-ROM zur Verfügung.

Einkommensteuererklärungsvordrucke mit der ausführlichen Anleitung bekommen Sie beim Finanzamt oder im Internet auf den Seiten des Formular-Management-System des Bundes. Häufig benötigte Formulare samt Anleitungen stellen Ihnen auch die  Verwaltungen der Städte und Gemeinden zur Verfügung.

Zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung sind Sie beispielsweise verpflichtet (Pflichtveranlagung), wenn

  • Sie als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer steuerfreie, aber dem Progressionsvorbehalt unterliegende Entgelte oder Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld I, Krankengeld, Elterngeld), Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeit oder ausländische Einkünfte von mehr als 410 Euro bezogen haben,
  • Sie neben Ihrem Arbeitslohn noch andere Einkünfte (z.B. Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, aus Kapitalvermögen) haben, die mehr als 410 Euro betragen,
  • Sie nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn (einschließlich Versorgungsbezüge) bezogen haben,
  • bei zusammen veranlagten Arbeitnehmer-Ehegatten oder -Lebenspartnern beziehungsweise Lebenspartnerinnen, wenn der Arbeitslohn einer Person nach der Steuerklasse V oder VI besteuert worden ist,
  • das Finanzamt für Sie einen Freibetrag ermittelt und als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gebildet hat (ausgenommen: Pauschbetrag für Behinderte oder für Hinterbliebene) und der im Kalenderjahr insgesamt erzielte Arbeitslohn (ab dem Jahr 2013) 10.500 Euro überstiegen oder bei Ehegatten oder Lebenspartnern beziehungsweise Lebenspartnerinnen, die die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung erfüllen, der insgesamt erzielte Arbeitslohn (ab dem Jahr 2013) 19.700 Euro überstiegen hat.

Achtung: Die Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung ist grundsätzlich der 31. Mai des Folgejahres. Können Sie diese Frist nicht einhalten, haben Sie die Möglichkeit, bei Ihrem Finanzamt formlos um Fristverlängerung zu bitten.

Freiwillige Veranlagung auf Antrag

Wenn kein Grund für eine Pflichtveranlagung besteht, Sie aber auf eine Steuererstattung hoffen, können Sie für das abgelaufene Kalenderjahr auf Antrag zur Einkommensteuer veranlagt werden (Antragsveranlagung).

Sie können die Steuererklärung bis zum Ablauf des auf den Veranlagungszeitraum folgenden vierten Kalenderjahres abgeben. Für das Jahr 2013 können Sie den Antrag auf Veranlagung zur Einkommensteuer bis zum 31. Dezember 2017 beim Finanzamt stellen. Der Antrag wird durch die Abgabe der Einkommensteuererklärung gestellt.

Achtung: Diese Antragsfrist ist eine Ausschlussfrist, die nicht verlängert werden kann.

Zuständig ist immer das Finanzamt, in dessen Bezirk Sie zum Zeitpunkt der Abgabe der Steuererklärung wohnen.

Der Antrag auf Einkommensteuerveranlagung kann sich beispielsweise dann lohnen, wenn

  • Sie für Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen keinen Freibetrag beantragt haben,
  • Sie Beiträge zu einer "Riester"-Rente oder einer "Rürup"-Rente (kapitalgedeckte Rentenversicherung) geleistet haben,
  • Kinderbetreuungskosten zu berücksichtigen sind,
  • Sie im vergangenen Jahr geheiratet haben oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft begründet haben (dann werden Sie und Ihr Ehegatte/Lebenspartner für das ganze Jahr nach dem Splittingtarif besteuert),
  • für Kinder statt Kindergeld die Freibeträge für Kinder günstiger sind oder
  • Sie und Ihr Ehegatte/Lebenspartner die Steuerklassenkombination IV/IV haben. Sind Ihre Gehälter nicht ähnlich hoch, kann es zu Steuerüberzahlungen während des Jahres kommen, die Sie bei Abgabe einer Steuererklärung erstattet bekommen.

Das „Merkblatt zur Steuerklassenwahl bei Ehegatten oder Lebenspartnern, die beide Arbeitnehmer sind“ enthält weitere nützliche Informationen.

Werbungskosten

Werbungskosten sind Aufwendungen, die Sie zum Erwerb, zur Sicherung und Erhaltung Ihres Arbeitslohns machen, also Aufwendungen, die durch den Beruf entstanden sind. Sie werden bei der steuerrechtlichen Ermittlung der Einkünfte (zwecks Berechnung der Einkommensteuer) steuermindernd von den Einnahmen abgezogen.

Hinweis: Grundsätzlich können nur die Aufwendungen steuerlich berücksichtigt werden, die nicht vom Arbeitgeber oder von anderer Seite steuerfrei ersetzt worden sind.

Werbungskosten sind beispielsweise:

  • Beiträge zu Berufsverbänden (z.B. Gewerkschaftsbeiträge)
  • Aufwendungen für die Wege zur Arbeit in Höhe der verkehrsmittelunabhängigen Entfernungspauschale (sogenannte Pendlerpauschale)
  • Reisekosten
  • Kosten für Bewerbungen
  • Aufwendungen für Arbeitsmittel (z.B. Fachliteratur, Werkzeuge, typische Berufskleidung)
  • Aufwendungen für eine berufliche Fortbildung
  • Prozesskosten beim Arbeitsgericht
  • Kontoführungsgebühren
  • Mehraufwendungen wegen einer aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung

Für Werbungskosten ist bei der Ermittlung der Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit ein Pauschbetrag von 1.000 Euro jährlich vorgesehen (Arbeitnehmer-Pauschbetrag). Dieser Freibetrag wird  bereits bei der Berechnung der Lohnsteuer berücksichtigt, ohne dass Sie einen Antrag stellen müssen. Werbungskosten können die Einkommensteuer in der Regel nur mindern, wenn die nachweislichen Aufwendungen (anhand von Quittungen und Belegen) diesen Pauschbetrag übersteigen.

Tipp: Ausführliche Informationen zu Werbungskosten entnehmen Sie bitte der Broschüre "Lohnsteuer 2014 - Kleiner Ratgeber für Lohnsteuerzahler" des Finanz- und Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg.

Stand: 20. November 2013, 13:49:51 Uhr, Satznummer: 107, Version: 9

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