Lebenslagen

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3.1. Eröffnung einer Verfügung von Todes wegen


Sobald das zuständige Notariat in Baden-Württemberg von dem Tode des Erblassers Kenntnis erlangt (z.B. Mitteilung des Sterbefalls durch das Standesamt) beziehungsweise nach dessen Tod ein gefundenes Testament von den Erben überreicht bekommt, eröffnet es die in seiner Verwahrung befindlichen Verfügungen von Todes wegen (Testamente und Erbverträge). Das Notariat kann hierzu einen Termin zur Eröffnung der Verfügung von Todes wegen festlegen und die gesetzlichen Erben des Erblassers und die sonstigen Beteiligten zu diesem Termin laden. Alternativ kann beim Notariat eine „stille Eröffnung“ ohne Terminsladung stattfinden. Hat kein Termin stattgefunden, wird jedem Beteiligten der ihn betreffende Inhalt der Verfügung von Todes wegen schriftlich bekannt gegeben. Auch diejenigen Beteiligten, die an dem Termin zur Testamentseröffnung nicht teilgenommen haben, werden schriftlich informiert.

Hinweis: Sonstige Beteiligte sind diejenigen, die durch die letztwillige Verfügung des Erblassers unmittelbar betroffen sind (z.B. Testamentsvollstrecker, Vermächtnisnehmer und Empfänger von Auflagen).

Nicht verkündet werden Verfügungen des überlebenden Ehegatten beim gemeinschaftlichen Testament oder des überlebenden Vertragspartners beim Erbvertrag. Dies gilt allerdings nur, soweit sie von den Verfügungen des Verstorbenen abtrennbar sind, das heißt, wenn sie selbstständig für sich alleine stehen können.

Wer ein rechtliches Interesse glaubhaft macht, ist berechtigt, ein eröffnetes Testament oder einen eröffneten Erbvertrag einzusehen. Auch kann der Berechtigte eine Abschrift fordern, die auf Verlangen beglaubigt wird.

Hinweis: Befindet sich eine letztwillige Verfügung seit mehr als 30 Jahren in amtlicher Verwahrung, wird von Amts wegen ermittelt, ob der Erblasser noch lebt. Ist der Erblasser verstorben, wird die Verfügung von Todes wegen eröffnet.

Das Notariat erhebt für die Eröffnung einer Verfügung von Todes wegen die Hälfte der vollen Gebühr. Diese ist abhängig vom Gegenstandswert der Erbmasse. Die Mindestgebühr beträgt 10 Euro.

Stand: 25. Mai 2011, 06:58:29 Uhr, Satznummer: 300, Version: 8

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